Polaris geht nach Mexiko
Polaris Quads, ATVs und UTVs werden auch weiter in den USA produziert. Doch wie viele andere nordamerikanische Firmen beginnt auch Polaris Teile seiner Produktion in Billiglohnländer wie Mexiko zu verlegen.
Die wirtschaftliche Rezession ist an Polaris nicht spurlos vorbeigegangen. Rund 20% Einbußen in 2009 musste der mit seinem Hauptsitz in der Twin City Stadt Minneapolis/ St Paul im US-Staat Minnesota liegende Konzern hinnehmen. Um auch weiterhin konkurrenzfähig zu sein gab man jetzt im Polaris Werk in Osceola/Wisconsin (rund 100 km von Minneapolis entfernt) die Aufgabe des Standortes bekannt. In Osceola produziert Polaris Motoren, Sitze, und andere Fahrzeugkomponeneten für ATVs, Schneemobile und Victory Motorräder. Auch werden Fahrgestelle dort geschweißt und lakiert. 515 Arbeiter verlieren bis zum endgültigen Umzug nach Monterrey-Saltillo/ Mexico ihren Arbeistplatz. Aufgenommen werden sollen sie in den verbleibenden Polaris Produktionsstätten in Roseau/ Minnesota (ATV, Schneemobile) und Spirit Lake/ Iowa (Victory Motorräder, UTVs). Weitaus interessanter und weitreichender als die Werksschließung und der Umzug bis 2012 nach Mexico ist eine Aussage von CEO Scott Wine (CEO = Chief Executive Officer = Vorstandsvorsitzender) in diesem Zusammenhang. Originalton Scott Wine: "We have concluded that in order to remain competitive and position Polaris for growth in the global market, we must align our manufacturing operations closer to our evolving customer base and seek to lower our overall manufacturing and logistics costs," said Wine. Zu deutsch: "Wir sind, damit Polaris weiterhin konkurrenzfähig bleibt und sein Wachstum auf dem Markt fortsetzen kann, übereingekommen, dass unsere Produktion näher an dem sich kontinuierlich entwickelnden Kundenstamm sein muss und somit unserer Gesamtproduktions- und Logistikkosten gesenkt werden können". Berücksichtigt man die Tatsache, dass ATVs und UTVs (Side by Sides) bei Polaris 2/3 des Gesamtverkaufs ausmachen und das 40% der Polaris Kunden sich im Süden der USA befinden ist es nur eine Frage der Zeit bis auch weitere Produktionsstätten Richtung Mexico verlagert werden. Denn nur Teile und Motoren dort zu produzieren reduziert zwar die Kosten aufgrund der weitaus geringeren Löhne doch die Logistikkosten zu den Werken im Norden des Landes steigen. Logisch also, dass die Endproduktion des vollständigen Produkts irgrendwann nach Mexiko verlegt wird - wenn vielleicht auch nur zum Teil. Ganz neu ist diese Vorgehensweise nicht. Mitbewerber wie Can Am produzieren bereits seit Jahren im Billiglohnland Mexico. In Juarez begann die Can Am Produktion der Outlander und Renegade Modelle 2007. Die Rotaxmotoren für die ATVs werden in Mexiko auch zum erstenmal außerhalb dem ursprünglichen Herstellerland Österreich zusammengesetzt. Bereits seit 2001 produziert der kanadische Hersteller Can Am Außenborderteile der gekauften Marken Evinrude und Johnsen dort.
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